Gelungener Open Cloud Day 2017 in Bern 14.06.2017

Der Open Cloud Day 2017 fand dieses Jahr im UniS-Campus der Universität Bern im Herzen der Stadt Bern statt. Organisiert wird die eintägige Konferenz vom Verein CH Open und bietet ein grosses Spektrum an Vorträgen und Workshops rund um das Thema Cloud, offene Standards und Open Source. Der unabhängige Verein CH Open wurde 1982 gegründet und hat sich die Förderung offener und freier Systeme auf die Fahnen geschrieben. Im Zentrum der Aktivitäten des Vereins stehen die Weiterbildung und der Informationsaustausch unter den Mitgliedern.

Wir waren dieses Jahr als Sponsor mit dabei und Tobias Brunner hat zum Thema „Cloud Native Computing“ referiert. Im Vortrag wurde das Konzept von „Cloud Native Computing“ eingeführt, die „Cloud Native Computing Foundation“ als Tochter der Linux Foundation vorgestellt sowie einen Überblick über die Software Projekte der Foundation gegeben. Die Slides zum Vortrag sind auf Speakerdeck unter Open Cloud Day 2017 – Cloud Native Computing zu finden.

 

Ein Highlight war sicher der Vortrag von Frank Karlitschek, dem Gründer von ownCloud und Nextcloud. Er hat in seinem Vortrag die Vorteile des dezentralisierten Internets hervorgehoben und dazu aufgerufen, dass sich die Community wieder auf deren Anfänge besinnen soll. Die Zentralisierung und Bildung von Datensilos wie Facebook, Twitter, Dropbox etc. sowie die fehlende Föderierung der entsprechenden Dienste bergen viele Gefahren. Dienste wie E-Mail, welche dezentral und damit sowohl robust als auch privatsphärenwahrend aufgebaut sind, zeigen, wie das Internet ursprünglich gedacht war. Auf diese Anfänge soll die Community zurückblicken und wieder Dienste nutzen, welche Föderierung erlauben, zum Beispiel die Föderierung von Nextcloud, bei welcher die eigenen Daten auf dem eigenen Server liegen und mit anderen Nextcloud Instanzen geteilt werden können.

 

Josef Spillner vom ZHAW Service Prototyping Lab (SPLab) hat das vor nicht allzu langer Zeit gegründete Forschungslabor der ZHAW vorgestellt. Ziele des Labs sind die Erforschung von Technologien und Prozessen um Applikationen so einfach wie möglich in die Cloud zu bringen: „The Service Prototyping Lab (SPLab) performs scientific research and development to rapidly and easily bring applications into the cloud while maintaining quality standards for high availability, high resilience, and other predictable characteristics.“ VSHN arbeitet mit dem SPLab im Rahmen eines KTI Projekts an der Weiterentwicklung von APPUiO zusammen.

 

Ein weiteres TOP aktuelles Thema war „Infrastructure as Code with Terraform and Ansible“ von Sandro Beffa von Puzzle. Er hat in einer Live Demo vorgestellt, wie mit Terraform eine VM Infrastruktur aufgesetzt werden kann, welche anschliessend mit Ansible konfiguriert wird. Das Fazit ist, dass diese beiden Tools sich sehr gut ergänzen: Terraform kümmert sich um die Infrastruktur wie VMs, Netzwerke, etc. und Ansible kümmert sich um den Inhalt der VMs und der Services.

 

Fasziniert hat die Idee von Nico Schottelius von ungleich GmbH mit DataCenterLight ein „Green Datacenter“ im Kanton Glarus aufzubauen. Dabei möchte er die unzähligen leer stehenden Fabrikhallen im Kanton Glarus in Datacenter umfunktionieren um darin Server zu betreiben. Das Wesentliche dabei: Anders als bei konventionellen Datacentern sollen die Server nicht übereinander gestapelt sondern nebeneinander aufgestellt werden, um dabei die Wärmeproduktion zu verringern. Nach seinen Berechnungen braucht es bei diesem Konzept keine aktive Kühlung und entsprechend einiges weniger an Energieaufwand. Ein Wunsch wäre, Abnehmer der angefallenen Wärme zu finden, z.B. in der Landwirtschaft.

 

Alles in allem ein sehr gelungener Open Cloud Day 2017 mit vielen sehr spannenden Vorträgen. Alle weiteren Vorträge des Anlasses hier: https://www.ch-open.ch/opencloudday. Wir freuen uns auf die Ausgabe 2018.